Kapselfibrose – Symptome, Ursachen & moderne Behandlungsmöglichkeiten
Datum: 25.02.2025
Sie haben sich den Wunsch der langersehnte Brustvergrösserung erfüllt und erfreuen sich an einem formschönen Ergebnis. Happy End. Oder doch nicht? Während sich viele Frauen nach der operativen Anpassung einer zu kleinen oder asymmetrischen Brust endlich wieder wohl in ihrem Körper fühlen und rundum zufrieden sind, gibt es auch seltene Ausnahmen. Einige Frauen leiden unter postoperativen Komplikationen. Eine davon: die Kapselfibrose. Worum es sich dabei handelt, wie diese zu erkennen ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.
Was ist eine Kapselfibrose eigentlich?
Eine Kapselfibrose ist eine mögliche Komplikation, die nach einer Brustvergrösserung mit Implantaten auftreten kann. In manchen Fällen kommt es zu einer übermässigen Verhärtung der Kapsel, welche sich als natürliche Reaktion des Körpers um das Implantat bildet, was Beschwerden oder sogar sichtbare Verformungen der Brust zur Folge haben kann.
Moderne Implantat-Technologien und verbesserte Operationstechniken haben das Risiko für eine Kapselfibrose in den letzten Jahren erheblich reduziert. Dennoch bleibt sie eine der häufigsten Ursachen für Implantatwechsel oder -entfernung. Für Patientinnen, die Veränderungen an ihrer Brust bemerken, ist ein Implantat-Check nicht nur sinnvoll, sondern dringendst empfohlen. Denn eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es dem behandelnden Facharzt, die richtige Behandlung einzuleiten und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern.
Ursachen und Risikofaktoren – Wie entsteht eine Kapselfibrose?
Eine Kapselfibrose entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schleichend über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinweg. Die Bildung einer Kapsel um das Brustimplanat herum ist zunächst ein natürlicher Teil der Heilung nach einer Brustvergrösserung. Das Implantat wird vom Körper als Fremdmaterial erkannt, woraufhin es mit einer bindegewebigen Kapsel umschlossen wird. Diese Kapsel stabilisiert das Implantat und fixiert es im Körper. Es kann allerdings auch infolge einer übermässigen Narbenreaktion dazu kommen, dass sich die Kapsel verhärtet und zusammenzieht. Dies führt zu einer zunehmenden Spannung auf das Implantat und das umliegende Gewebe, was Schmerzen und Deformationen der Brust verursachen kann.
Ein bedeutender Faktor, der die Entstehung einer Kapselfibrose beeinflusst, ist die individuelle Neigung zur Narbenbildung. Manche Frauen haben eine genetisch bedingte Veranlagung zu verstärktem Narbengewebe, was das Risiko für eine Kapselfibrose erhöhen kann. Auch die Art des verwendeten Implantats spielt eine Rolle: Während grobtexturierte Implantate ein höheres Risiko darstellen, sinkt es bei modernen, glatten und biokompatiblen Implantate mit Nanotexturierung deutlich.
Darüber hinaus können Infektionen nach der Operation das Risiko für eine Kapselfibrose erheblich steigern. Selbst eine unbemerkte, leichte Infektion kann eine verstärkte Immunreaktion auslösen, die zu einer übermässigen Narbenbildung führt. Ebenso können Nachblutungen oder Mikrotraumata im Bereich des Implantats eine Reihe entzündlicher Prozesse in Gang setzen, die langfristig eine Kapselfibrose begünstigen
Symptome – Wie erkennt man eine Kapselfibrose?
Die Symptome einer Kapselfibrose sind abhängig vom Stadium der Erkrankung. In frühen Phasen bemerken Patientinnen meist nur eine leichte Verhärtung oder ein Spannungsgefühl in der Brust. Mit der Zeit kann es jedoch zu zunehmenden Beschwerden kommen, die von leichten Veränderungen der Brustform bis hin zu starken Schmerzen und Deformationen reichen.
Schmerzen
Schmerzen sind nicht immer ein frühes Symptom einer Kapselfibrose, treten aber häufig in fortgeschrittenen Stadien auf. Betroffene Frauen beschreiben die Schmerzen oft als ziehend oder drückend, insbesondere wenn Druck auf die Brust ausgeübt wird. Bei starker Ausprägung können die Schmerzen auch im Ruhezustand bestehen und sich bei Bewegungen weiter verstärken.
Verhärtung
Eine Kapselfibrose zeigt sich in der Regel durch eine zunehmende Verhärtung der Brust, die im Laufe der Zeit spürbar wird. Betroffene bemerken möglicherweise eine Veränderung in der Form oder Stellung des Implantats, insbesondere wenn sich die Kapsel ungleichmässig zusammenzieht. Dies kann dazu führen, dass die Brust an einer Seite höher sitzt oder eine unnatürliche Rundung entwickelt. In fortgeschrittenen Stadien kann sich die Brust steinhart anfühlen und das Implantat nicht mehr beweglich sein.
Sichtbare Veränderungen
In den frühen Stadien ist eine Kapselfibrose oft nur tastbar, aber nicht sichtbar. Mit Fortschreiten der Erkrankung kann sich die Brust jedoch zunehmend deformieren. Dies äussert sich beispielsweise in einer asymmetrischen Form oder einer sichtbaren Verschiebung des Implantats.
Baker-Klassifikation: Die Stadien einer Kapselfibrose
Der Schweregrad einer Kapselfibrose wird in der Medizin allgemeinhin nach der Baker-Klassifikation eingeteilt:
- Baker I: Die Brust fühlt sich weich und natürlich an, es gibt keine sichtbaren oder spürbaren Veränderungen.
- Baker II: Das Bindegewebe der Brust ist etwas fester als normal, jedoch ohne Schmerzen oder auffällige Verformungen.
- Baker III: Die Brust weist eine deutliche Verhärtung auf und beginnt, sich sichtbar zu verformen.
- Baker IV: Die Brust ist stark verhärtet, verursacht Schmerzen und zeigt eine ausgeprägte Deformation.
In den Stadien III und IV ist meist eine medizinische Behandlung erforderlich, um die Beschwerden zu lindern und die Ästhetik der Brust wiederherzustellen.
Diagnose – Kann der Frauenarzt eine Kapselfibrose erkennen?
Ein erster Verdacht auf eine Kapselfibrose kann durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Frauenärzte oder Plastische Chirurgen können durch Abtasten der Brust feststellen, ob eine auffällige Verhärtung oder Asymmetrie vorliegt. Insbesondere in den frühen Stadien kann die Diagnose jedoch schwierig sein, da sich die Veränderungen zunächst subtil äussern.
Im frühen Stadium lässt sich eine Kapselfibrose oft noch nicht ertasten, kann aber bereits per Ultraschall festgestellt werden. Allerdings ist dieser nicht immer ausreichend, um eine Kapselfibrose sicher zu diagnostizieren, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien. Eine weitere Methode ist die MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie). Diese ermöglicht eine detaillierte Darstellung des Weichteilgewebes und kann zeigen, wie stark die Kapsel verhärtet ist und ob sich das Implantat möglicherweise verschoben hat.
Behandlung – Was tun bei Kapselfibrose?
Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium der Kapselfibrose sowie von den individuellen Beschwerden der Patientin ab. In frühen Stadien kann eine konservative Therapie durchaus ausreichend sein, während in fortgeschrittenen Fällen eine operative Korrektur notwendig wird.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
In den frühen Stadien der Kapselfibrose können bestimmte Massnahmen helfen, die Verhärtung zu reduzieren oder das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Dazu gehören:
- Massagen:
Spezielle Techniken können das Gewebe lockern und die Durchblutung fördern. - Medikamentöse Therapie:
Entzündungshemmende Medikamente oder Enzympräparate können helfen, das Gewebe weicher zu machen. - Physiotherapie:
Gezielte Übungen können dazu beitragen, die Beweglichkeit der Brust zu erhalten und Verspannungen zu lösen.
Operative Massnahmen
Ein operativer Eingriff zielt darauf ab, die verhärtete Kapsel zu lockern oder vollständig zu entfernen, um Beschwerden zu lindern und die Ästhetik der Brust wiederherzustellen. Dabei unterscheiden wir zwischen zwei Hauptverfahren: der Kapsulotomie und der Kapsulektomie.
Kapsulotomie
Die Kapsulotomie ist ein vergleichsweise schonendes Verfahren, das vor allem in Fällen angewendet wird, in denen die Kapselfibrose noch nicht zu einer massiven Verformung der Brust geführt hat. Bei dieser Technik wird die verhärtete Kapsel gezielt eingeschnitten, um die Spannung zu reduzieren und dem Implantat mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Durch diese Entlastung kann sich das Gewebe entspannen, was häufig zu einer spürbaren Verbesserung des Spannungsgefühls und der Beschwerden führt.
Kapsulektomie
Bei ausgeprägten Kapselfibrosen (Baker-Stadium III oder IV), insbesondere wenn starke Schmerzen oder erhebliche Verformungen der Brust vorliegen, kann eine Kapsulektomie notwendig sein. Bei diesem Verfahren wird die verhärtete Kapsel komplett entfernt, um das Implantat von der einschnürenden Narbenbildung zu befreien.
Prävention – Wie kann man eine Kapselfibrose vermeiden?
Wahl der Implantate
Ein entscheidender Faktor ist die Wahl des richtigen Implantats. Der Einsatz biokompatibler, nanotexturierter Implantate senkt das Risiko von Entzündungsreaktionen und fördert die Bildung einer feinen Gewebehülle. Dadurch wird die Kapselfibroserate deutlich reduziert, während die Implantatlage für das Ergebnis kaum mehr eine Rolle spielt.
Wahl der OP-Technik
Ebenso spielt die OP-Technik eine entscheidende Rolle. Ein erfahrener Plastischer Chirurg wird darauf achten, möglichst gewebeschonend zu operieren und eine sterile Umgebung zu gewährleisten, um Infektionen zu vermeiden. Die Verwendung neuartiger, gewebeschonender Techniken zur Brustgewebeerhaltung – wie die bewährten Breast-Preservation-Techniken Mia® und Motiva Preservé, die bei BRST seit Langem erfolgreich angewendet werden – sorgen dafür, dass das Gewebe nachhaltig geschont und die Kapselfibroserate deutlich reduziert wird. In Kombination mit dem Einsatz biokompatibler, nanotexturierter Implantate wird das Risiko zusätzlich gesenkt, sodass die Lage (unter oder über dem Muskel) des Implantats keine entscheidende Rolle mehr spielt.
Konsequente Nachsorge
Nach der Operation sollten sich Patientinnen unbedingt an die empfohlenen Verhaltensweisen halten, um das Risiko für Komplikationen zu minimieren. Dazu gehört, körperliche Belastungen in den ersten Wochen zu vermeiden, spezielle Kompressions-BHs zu tragen und regelmässige Implantatkontrollen durchführen zu lassen.
Risiko & Prognose – Wie gefährlich ist eine Kapselfibrose?
Eine Kapselfibrose stellt in den meisten Fällen keine unmittelbare Bedrohung für die Gesundheit der Betroffenen dar und gilt daher im medizinischen Sinne nicht als gefährlich. Dennoch kann sie erhebliche Beschwerden verursachen, sowohl physisch als auch psychisch, und sollte daher behandelt werden.
Das Risiko, eine Kapselfibrose zu entwickeln, ist allerdings dank moderner Implantate und verbesserter Operationstechniken heute geringer als noch vor einigen Jahren. Hier spielt auch die Früherkennung eine Rolle. Je eher eine Kapselfibrose diagnostiziert wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. In frühen Stadien kann oft mit konservativen Methoden gearbeitet werden, während in fortgeschrittenen Stadien eine operative Entfernung der Kapsel notwendig sein kann.
Moderne Techniken wie die Mia Femtech™ Methode, die speziell zur Minimierung postoperativer Komplikationen entwickelt wurde, tragen dazu bei, das Risiko weiter zu senken. Diese Methode setzt auf hochpräzise chirurgische Techniken wie die „No-Touch-Technik“, sterile Bedingungen und innovative Motiva Ergonomix2® Implantate, um die Wahrscheinlichkeit einer übermässigen Kapselbildung zu reduzieren.
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Wann ist eine OP notwendig?
Nicht jede Kapselfibrose muss zwangsläufig operiert werden. Ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Schweregrad der Verhärtung und den Beschwerden der Patientin.
Wir empfehlen Ihnen eine OP, wenn:
- starke Schmerzen auftreten, die sich nicht durch konservative Massnahmen lindern lassen,
- eine sichtbare oder tastbare Verformung der Brust vorliegt,
- das Implantat durch die Verhärtung in eine ungewöhnliche Position gedrückt wird,
- die Kapselfibrose Ihr tägliches Leben oder Selbstbewusstsein erheblich beeinträchtigt.
Kostenübernahme – Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?
In der Regel gilt eine Brustvergrösserung mit Implantaten als ästhetischer Eingriff, sodass die Kosten für eine eventuelle Folgebehandlung meist nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. In Ausnahmefällen kann es zu einer Teilübernahme kommen, wenn beispielsweise nachgewiesen werden kann, dass die Patientin unter starken Schmerzen leidet oder die Kapselfibrose eine erhebliche funktionelle Einschränkung verursacht. Dies unterliegt allerdings immer einer Einzelfallentscheidung. Zu empfehlen ist bei Beschwerden demnach, ein ärztliches Gutachten einzuholen und einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen.
Zusatzversicherungen, speziell für Komplikationen nach ästhetischen Eingriffen, können sinnvoll sein. Hier lohnt es sich, die jeweiligen Vertragsbedingungen genau zu prüfen und gegebenenfalls eine individuelle Anfrage bei der Versicherung zu stellen.
Implantat-Check für Sicherheit & Wohlbefinden
Die Kapselfibrose ist eine potenzielle, aber heute seltene Komplikation nach einer Brustvergrösserung. Dennoch sollten Sie aufmerksam auf Veränderungen der Brust achten und frühzeitig einen Spezialisten aufsuchen, wenn sich Beschwerden oder Verhärtungen bemerkbar machen.
Bei BRST bieten wir unseren Patientinnen regelmässige Implantat-Checks nach einer Brustvergrösserung an, um eine mögliche Kapselfibrose sowie den Zustand der Brustimplantate zu prüfen und auf Veränderungen frühzeitig einzugehen.
Wenn Sie Veränderungen an Ihrer Brust feststellen oder sich über moderne Brustimplantate und deren Sicherheit informieren möchten, laden wir Sie gerne zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – wir freuen uns auf Ihre Anfrage!